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CUXHAVENs schönste Seiten


Tourismuswerbung in der 200-jährigen Geschichte des Seebades

Die Stadt Cuxhaven und ihre 12 Kurteile feierten im Jahr 2016 ihr 200-jähriges Bestehen als Nordseebad. Die positive Entwicklung Cuxhavens zum größten deutschen Seebad verdankt ihre Erfolgsgeschichte u. a. einer mit Text- und Bildquellen operierenden Werbung, deren Ziel es war, Träume und Erwartungen von einer unbeschwerten Zeit und einem damit verbundenen zeitlich begrenzten Ausbrechen aus dem Alltag zu wecken.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgte die Bewerbung des Reisezieles Cuxhaven überwiegend durch Anzeigen in den überregionalen Tageszeitungen. Nur selten wurden die Werbetexte mit Radierungen oder Lithografien illustriert. Erst mit der Herausgabe überregionaler Zeitschriften, wie „Die Gartenlaube“ oder „Über Land und Meer“ in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fanden Bildquellen wie z. B. Holzstiche, deren Druck in hohen Auflagen möglich ist, immer mehr Verbreitung.

Die im ausgehenden 19. Jahrhundert weit verbreiteten klassischen Reiseführer mit ihren häufig künstlerisch gestalteten Coverabbildungen lieferten dem unkundigen Gast die notwendigen und nützlichen Hinweise in Wort und Bild.

Auch die mit Beginn der 1920er-Jahre alljährlich erscheinenden Badeprospekte sowie die Kurzeitungen der örtlichen Verkehrsvereine bzw. der Kurverwaltung hatten als Werbeträger eine herausragende Bedeutung. Als besonders werbewirksam erwiesen sich die seit dieser Zeit und bis in die 1980er-Jahre hinein in hoher Auflage verbreiteten Tourismusplakate, die – auf Litfaßsäulen, Bahnhöfen und Zugabteilen platziert – als „Eyecatcher“ die Vorstellungswelt des Betrachters anregten und schönste Träume von der nächsten Urlaubsreise wecken sollten.

Bei der Wahl zur Auftragsvergabe für die Gestaltung von Werbegrafiken bewies die Kurverwaltung des Nordseeheilbades Cuxhaven immer wieder eine glückliche Hand. Der bereits seit den 1930er-Jahren für die Badeverwaltung und den Verkehrsverein Duhnen tätige Werbegrafiker Ottomar Anton (1895 – 1976) sowie der in den 1950er-Jahren für die Kurverwaltung des Nordseebades überaus erfolgreiche Plakatkünstler Heinz Fehling (1912 – 1989) zählten zur Avantgarde
der deutschen Werbegrafiker.

Hagen Zielke
CUXHAVENs schönste Seiten
Tourismuswerbung in der 200-jährigen Geschichte des Seebades

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144 Seiten, 24 x 27 cm
zahlreiche Farbabbildungen, gebunden,
mit farbigem Umschlag, Euro 19,90
ISBN 978-3-86927-408-9

Erhältlich im Buchhandel und im Onlineshop des Verlages: www.oceanum.de

Der OCEANUM-Verlag ist einer der führenden Verlage für Seefahrtsliteratur und maritime Themen. Das Gesamtprogramm des Verlages mit über 70 Titeln bestellen Sie bitte kostenfrei unter Telefon 0 44 02 / 5 95 56 99 oder unter info@oceanum.de

Ein Kalender für das Jahr 2018 mit den schönsten Motiven aus der Geschichte der Cuxhavener Tourismuswerbung befindet sich in Vorbereitung. Verkauf seit Mitte März 2017.

Zu den besonders erfolgreichen Plakatentwürfen für das Nordsee-Heilbad Cuxhaven zählt Heinz Fehlings „Badenixe am Strand von Cuxhaven“ aus dem Jahre 1953 (Auflage 5.000 Exemplare). Eine blonde Schönheit setzt ihren Fingerzeig auf Cuxhavens Wahrzeichen, die Kugelbake und symbolisiert mit ihren optischen Reizen die Attraktivität des Nordsee-Heilbades. Dieses Werbeplakat hat seine Strahlkraft bis heute bewahrt. Die positive Resonanz der Cuxhaven-Besucher im Jubiläumsjahr brachte die verantwortlichen Mitarbeiter der Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH auf die Idee, das Plakat in Retro-Manier auf der Titelseite des Gastgeberverzeichnisses 2017 abzudrucken.

Neben den dekorativen Plakatentwürfen gestalteten die Künstler auch attraktive Titelillustrationenvieler Badeprospekte, deren Innenleben überwiegend Cuxhaven-Motive zeigten. Hierbei stellte das Seebad sein geografisches Kapital als bedeutendste Ressource in den Vordergrund. Neben einzigartigen Blicken auf den Weltschifffahrtsweg zählten maritime Motive aus der Hafenwelt ebenso dazu wie das Strandleben und Aktivitäten im Watt und an den Prielen.

Die Fotos erfüllten zumeist einen hohen künstlerischen Qualitätsstandard. So finden sich beim Durchblättern dieser Werbebroschüren einzigartige Wattenmeer-Aufnahmen des für einige Jahre in Cuxhaven lebenden und am Bauhaus in Dessau ausgebildeten Künstlers Alfred Ehrhardt (1901 – 1984). Seine Ablichtungen gelten heute als Ikonen der Wattenmeer-Fotografie.

Eine Ausstellung im Schloss Ritzebüttel präsentierte zum Seebadjubiläum 2016 eine breitgefächerte Auswahl unterschiedlicher Werbeträger. Gleichzeitig erschien das Buch „Cuxhavens schönste Seiten – Tourismuswerbung
in der 200-jährigen Geschichte des Seebades“. In dieser Publikation wird die Vielfalt in der Seebadwerbung erstmals umfassend gezeigt und gewürdigt.

(Hagen Zielke)

200 Jahre Seebad Cuxhaven


Eine abwechslungsreiche Jubiläumssaison geht zu Ende

In diesen Tagen endet das Jubiläum „200 Jahre Seebad Cuxhaven“, die Stadt und die Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH ziehen eine positive Bilanz.

200 Jahre Seebad Cuxhaven - Bürgerfest an der Alten Liebe


Cuxhaven ist eines der ältesten deutschen Seebäder mit 200-jähriger Tradition. Noch heute sind die klimatischen und naturräumlichen Vorzüge der Grund dafür, dass die Gäste und Urlauber in die Stadt an der Elbmündung kommen. Doch was sich hier an der Nordseeküste in den vergangenen zehn Jahren alles verändert hat, kann sich wirklich sehen lassen! Dem ersten Badehaus an der Alten Liebe und der Strandpromenade von einst folgten bis ins Jubiläumsjahr 2016 ein modernes Thalassozentrum, eine neugestaltete Strandpromenade, das Museum „Windstärke 10“ im Fischereihafen, das im Herbst 2015 eröffnete Wattenmeer-Besucherzentrum in Sahlenburg sowie weitere Freizeit- und Tourismuseinrichtungen, die zur Attraktivitätssteigerung Cuxhavens bei seinen Gästen beigetragen haben. Daher feierte die Stadt Cuxhaven, nicht ohne Stolz auf das Geschaffene, in diesem Jahr das Jubiläum seines Seebades.

Während der Saison verging kaum ein Tag, an dem nicht ein oder mehrere Jubiläums-projekte in den örtlichen Medien Erwähnung fanden. Das Stadtbild war geprägt von den im Jubiläums-Look gestalteten Plakaten, Bannern und Flaggen. Das Veranstaltungsprogramm zur Seebadgründung war prall gefüllt und die Highlights gaben sich die Klinke in die Hand. Gut besuchte Großveranstaltungen, Stadtteilfeste, Ausstellungen, Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen zeigten die positive Resonanz der Besucher.

Die Seebadgeschichte zog auch bundesweit viel Aufmerksamkeit auf sich. Die überregionalen Medien griffen das Thema auf, so dass das Jubiläumsjahr über die Landesgrenzen hinaus große Beachtung fand.

Beeindruckend war vor allem das Engagement vieler Bürger für das Jubiläum zur Seebadgründung und der damit verbundenen Wertschätzung für ihre Heimatstadt, in der sie gerne leben und mit der sie sich identifizieren.

Die Stadt und die Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH danken allen Organisatoren, Teilnehmern, Freunden, Gästen, Gratulanten und Förderern des Seebades Cuxhaven für die kontinuierliche und hervorragende Arbeit, die Unterstützung, die Stimmung, für das Lob und die Kritik.

Zuversichtlich soll fortgesetzt werden, was Amandus Abendroth zu Beginn des 19. Jahrhunderts zum wirtschaftlichen Wohl der Stadt Cuxhaven begonnen hat, denn der Tourismus im Nordseeheilbad Cuxhaven ist ein wichtiger Motor für die gesamte Nordseeküste.

Aufgrund der Erfahrungen,die er in englischen Seebädern gewann, wurde der einflussreiche Göttinger Professor Georg Christoph Lichtenberg gegen Ende des 18. Jahrhunderts zum bedeutendsten Fürsprecher für die Einrichtung und Benutzung von Seebädern in Deutschland.

Als Initialzündung für die nun einsetzende Diskussion gilt sein im „Göttinger Taschen-Kalender für das Jahr 1793“ veröffentlichter Aufsatz „Warum hat Deutschland noch kein großes öffentliches Seebad?“, in dem er Cuxhaven als einen möglichen Standort anpries.

Zusammen mit seinem Freund, dem hiesigen Wasserbau-Inspektor Reinhard Woltmann, entwickelte er eine regelrechte Werbestrategie, um die Vorzüge Cuxhavens im günstigsten Licht zu zeigen.

Die napoleonischen Eroberungszüge machten zunächst alle Seebadpläne für Cuxhaven zunichte. Schnell, allzu schnell geriet das kleine Amt Ritzebüttel aufgrund seiner strategischen Bedeutung für die Elbmündung ins Spannungsfeld der Großmächte und wurde kurzerhand besetzt.

Erst nach der Franzosenzeit, 1816, gelang es dem ebenso fürsorglichen wie fähigen Amtmann Amandus Abendroth, die knapp 25 Jahre zuvor von Lichtenberg und Woltmann angeregte Einrichtung eines Seebades in die Tat umzusetzen. Unter hohem persönlichen Risiko schuf Abendroth hierzu eine Aktiengesellschaft und warb um die Zeichnung dieser Seebad-Aktien besonders in seinem Hamburger Bekanntenkreis, um die benötigten Mittel aufzubringen. Zum Teil setzte Abendroth sogar sein privates Vermögen ein, so dass er das Seebad am 24. Juni 1816 eröffnen konnte.

200 Jahre Seebad Cuxhaven - Georg Christoph Lichtenberg
200 Jahre Seebad Cuxhaven - Reinhard Woltmann
200 Jahre Seebad Cuxhaven - Amandus Abendroth
Georg Christoph Lichtenberg Reinhard Woltmann Amandus Abendroth


Zweihundert Jahre Seebad Cuxhaven - Chronik Umschlag - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.
Die Chronik "200 Jahre Seebad Cuxhaven 1816 -2016"
Soeben ist die Chronik zum Seebadjubiläum erschienen. Sie ist ab sofort im örtlichen Buchhandel, allen Tourist-Informationsstellen der CUX-Tourismus GmbH, dem Museum „Windstärke 10“, dem UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer-Besucherzentrum und in unserem Cuxhaven-Shop zum Preis von 21,00 € erhältlich.


Zum Cuxhaven-Shop

Weitere Informationen zum Thema und Veranstaltungen im Jubiläumsjahr finden Sie in unserem Strandpromenadenfest - 200 Jahre Seebad Cuxhaven - Progamm und in unserem Prospekt "200 Jahre Seebad Cuxhaven"